Offiziell gibt es den Begriff Jodmangel erst seit etwa 1990. Tatsächlich werden in Deutschland Lebensmittel aus aller Welt konsumiert, so dass der angebliche Jodmangel der deutschen Böden auch dann keine dramatische Auswirkung auf die Ernährung der Deutschen hätte, wenn es ihn wirklich gäbe. Diese angeführte Behauptung kann allerdings angezweifelt werden, angesichts der über ganz Deutschland verteilten jodhaltigen Mineral- und Heilquellen: z.B. Bad Aachen, Bad Abbach, Bad Birnbach, Bad Brückenau, Bad Camberg, Bad Endorf, Bad Füssing, Bad Göggingen, um nur einige Beispiele zu nennen.
Wie die Verabreichung von Jod in jeder Form, so ist auch der Besuch von Jodquellen bzw. Jodbädern nicht unbedenklich. Jodbäder sind beispielsweise völlig ungeeignet bei folgenden Erkrankungen: Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck und Schilddrüsenüberfunktion. Ebenso werden bei den verschiedenen Jodbädern als Gegenanzeigen genannt: Prostataerkrankungen und akute Thrombophlebitis, Lebererkrankungen und akute Entzündungen. (Information: Deutscher Bäderverein, Bonn, Heilbäder und Kurorte, Feb. 1999, Braunschweig – Pauli: “Jod-Krank. Der Jahrhundertirrtum”, 2. Auflage Trier 2001 S. 100)

Jodsalz

In sämtlichen deutschen, österreichischen und schweizerischen, mittlerweile auch polnischen, luxemburgischen und französichen Lebensmittelläden erhalten Sie jodiertes Speisesalz. In den Service-Informationen des Arbeitskreises Jodmangel steht: ”Jodsalz enthält in der BRD pro Kilogramm im Durchschnitt(!) 20 mg Jod in Form von Jodat. Das ist so viel, dass bei einer täglichen Verzehrmenge von fünf Gramm Jodsalz im Mittel 100 Mikrogramm Jod aufgenommen werden…“

Jodierte Speisesalze werden von allen Salzherstellern angeboten. Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche Handelsmarken. Der Jodgehalt ist jedoch bei allen gleich. In Deutschland gibt es seit 1991 Jodsalz auch mit einem Zusatz von Fluorid (siehe Artikel über Fluorid.)

Der Toxikologe Louis Lewin steht dem Gebrauch von Jodsalz aufgrund seiner Erfahrungen mit Jodvergiftungen und durch Jod ausgelöster, tödlich verlaufender Thyreotoxikose sehr ablehnend gegenüber. Er stellt fest: ”Das wesentlich hierbei wirkende ist meiner Auffassung nach das Jod, und in zweiter Reihe erst ein aus der kranken Thyreoidea mobil gemachter Stoff. Ich habe dargelegt, dass, um das Jodniveau zu erhalten, einige Milligramme Jodsalz in vierzehn Tagen ausreichen. Der dauernde Gebrauch von Halkajod, dem jodhaltigen Speisesalz anstelle den gewöhnlichen Speisesalzes, rief wiederholt bei Strumösen schwere Vergiftungen hervor: hohe Pulszahl, vasomotorische Erregbarkeit, Schweiße, Tremor, psychische Labilität… Verminderung der Zahl der roten Blutkörperchen… ”Lewin nennt in seinem “Lehrbuch der Toxikologie” weitere Krankheitssymptome, die durch Jodsalz hervorgerufen werden können. (Literatur: Köhrle, Josef: “Mineralstoffe und Spurenelemente” )

Fortsetzung Jodtherapie (Jodetten/ Jodid) folgt.

Nachzulesen in dem Buch von der Medizinjournalistin Dagmar Braunschweig-Pauli “Die Jod-Lüge” Das Märchen vom gesunden Jod.